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Was wir tun

Was wir tun

open.med Berlin

Unsere feste Anlaufstelle – eine Kooperation mit Ärzte der Welt

Die niedrigschwellige Anlaufstelle open.med Berlin wird in Kooperation mit Ärzte der Welt betrieben und größtenteils durch eine große Gemeinschaftsspende von 11 Rotary Clubs aus 4 Ländern („Global Grant“) finanziert. Am 1. April 2017 fand der Umzug in größere Räumlichkeiten statt. Die Anlaufstelle befindet sich seitdem am Teltower Damm 8a, 14169 Berlin (nach wie vor in unmittelbarer Nähe der S-Bhf Zehlendorf). Bei open.med Berlin werden Menschen, die keinen oder deutlich eingeschränkten Zugang zum staatlichen Gesundheitssystem haben, medizinisch versorgt und beraten. Neben Geflüchteten, die dort nun eine überbezirkliche Anlaufstelle finden können, betreut open.med Menschen ohne Krankenversicherung und Menschen ohne Aufenthaltsstatus.

Ärzte der Welt
Rotary International

Warum gibt es open.med Berlin

Verschiedene Gruppen von Menschen haben derzeit in Berlin keinen oder einen nur eingeschränkten Zugang zur regulären Gesundheitsversorgung.

Unsere ehrenamtlichen medizinischen Teams trafen im Jahr 2015 in den Not- und Gemeinschaftsunterkünften in Berlin zunehmend auf Geflüchtete, die keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung hatten. In den ersten 15 Monaten nach der Ankunft ist der Anspruch auf Gesundheitsleistungen eingeschränkt, es werden insbesondere akute und schmerzhafte Erkrankungen behandelt. Aber selbst der eingeschränkte Umfang an medizinischen Leistungen, der Geflüchteten in den ersten Monaten zusteht, konnte aufgrund der Überlastung in den Strukturen oft nicht gewährleistet werden. Auch wenn sich der Zugang zur Gesundheitsversorgung für die ca. 79.000 Geflüchteten, die aktuell in Berlin leben, in den letzten Monaten verbessert hat, bestehen weiterhin große Lücken.

Es gibt viele Härtefälle, die ungenügend versorgt sind; zum Beispiel schwer chronisch kranke Patient*innen, Patient*innen nach Kriegs-& Folterverletzungen, die besondere Behandlung und Hilfsmittel benötigen und körperbehinderte und pflegebedürftige Patient*innen.

Insgesamt wird erwartet, dass die Anzahl der Menschen ohne Papiere in Deutschland ansteigen wird. Da sie beim Besuch einer Arztpraxis berechtigte Sorge haben müssen, ausgewiesen zu werden, sind sie auf anonyme und kostenlose Angebote angewiesen.

Migrant*innen aus EU-Ländern haben ebenfalls häufig keinen Zugang zur regulären Gesundheitsversorgung. Seit Inkrafttreten des Gesetzes zum Leistungsausschluss von EU-Bürger*innen Ende 2016 hat sich die, ohnehin prekäre, Situation der Menschen weiter verschlimmert. Der Zugang zu einer Krankenversicherung ist für nicht erwerbstätige EU Bürger*innen sehr aufwändig und häufig unmöglich. Arbeitssuchende Menschen aus Rumänien und Bulgarien, die weniger als 5 Jahre in Deutschland leben, haben nur maximal für einen Monat Zugang zu Gesundheitsversorgung und Sozialleistungen. Danach werden sie von allen Sozialleistungen ausgeschlossen. Sollte eine Krankenversicherung aus dem Herkunftsland existieren, wird diese oftmals nicht anerkannt.

Selbstverständlich behandeln wir auch Deutsche, die nicht krankenversichert sind. Dies kommt zum Beispiel vor, wenn Menschen selbstständig sind und aus unterschiedlichsten Gründen die Beiträge nicht mehr bezahlen konnten.

Unser Angebot bei open.med Berlin

  • Sprechstunden

    Die Sprechstunden werden von ehrenamtlichen Teams durchgeführt, die aus Ärzt*innen, Pflegekräften, Medizinstudent*innen und Dolmetscher*innen bestehen.  Neben den regulären allgemeinen Sprechstunden für Kinderheilkunde und Allgemeinmedizin, der Impfberatung sowie psychiatrischen und dermatologischen Sprechstunden nach Terminvergabe wird angestrebt, in der Zukunft  zusätzliche Kindersprechstunden, gynäkologische Versorgung und Schwangerschaftsberatung anzubieten.

  • Sozialberatung

    Der zweite Kern unseres Angebotes ist die Sozialberatung. In den Beratungsgesprächen geht es dabei meist um Fragen zur Krankenkassenmitgliedschaft, Anträgen zur medizinischen Leistungsgewährung, Unterkunft oder Sozialleistungen. Weiterführende Unterstützungsangebote werden aufgezeigt. Im Vordergrund bei der Sozialberatung steht das Empowerment der Patient*innen (Hilfe zur Selbsthilfe), die dazu befähigt werden sollen, ihren Alltag alleine zu bewältigen. Die Beratung ermutigt sie zur Problemlösung und zeigt Wege aus der Krise.

  • (Re-)Integration

    Behandlung und Beratung haben das zentrale Ziel, den Patient*innen einen möglichst uneingeschränkten Zugang zum regulären gesundheitlichen Versorgungssystem zu eröffnen. Außerdem sollen durch eine gute Vernetzung mit weiteren Kooperationspartnern, die sich mit rechtlichen und sozialen Fragestellungen befassen, weitere Hilfestellungen gegeben werden. Wir möchten dazu beitragen, die Lebensumstände so zu gestalten, dass trotz der oft schwierigen Situation ein Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit erreicht werden kann.

  • Advocacy-Arbeit

    Neben der Durchführung medizinischer und sozialer Leistungen erfolgt eine anonyme Datenerhebung, um Versorgungslücken zu dokumentieren  und auf die Schaffung von staatlichen Voraussetzungen hinzuwirken, die die medizinische Versorgung für alle Menschen sicherstellen. Dabei kommt unserer Advocacy-Arbeit eine wichtige Rolle zu.

Medizin Hilft Flüchtlingen

Unsere Arbeit in den Notunterkünften in Berlin

Geflüchtete, die in Notunterkünften untergebracht werden, haben inzwischen zwar rechtlich einen Anspruch auf einen Großteil der Gesundheitsleistungen, jedoch existieren weiterhin große sprachliche und bürokratische Barrieren, diese in Anspruch nehmen zu können. Einige Leistungen sind im Asylbewerberleistungsgesetz nicht enthalten und erfordern aufwändige Anträge für jeden Einzelfall, die Bearbeitung dauert oft Monate bis Jahre, Ablehnungen sind nicht selten.

Neben der medizinischen Versorgung von Geflüchteten, die auch Impfungen und Impfberatung einschließt,  besteht der größte Anteil der Arbeit von Medizin hilft Flüchtlingen darin, die Betroffenen in das medizinische Versorgungssystem zu integrieren. Hierfür stehen Teams aus ehrenamtlichen Ärzt*innen, Helfer*innen und Dolmetscher*innen zur Verfügung, die die Patient*innen mithilfe des großes Netzwerkes von Medizin Hilft e.V. in die haus- oder fachärztliche Versorgung vermitteln und ggf. begleiten. Es erfolgt eine Unterstützung bei den Verhandlungen zu Einzelfallentscheidung und im Falle von dringendem Handlungsbedarf eine Vorfinanzierung durch uns.

Darüber hinaus

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Advocacy-Arbeit

Durch die anonymisierte Datenerhebung in Open.med möchte Medizin Hilft e.V. gemeinsam mit dem Kooperationspartner Ärzte der Welt auf Versorgungslücken hinweisen. Wir möchten auf die strukturelle Schaffung von staatlichen Voraussetzungen hinwirken, damit die medizinische Versorgung für alle Menschen sichergestellt wird.

Im Rahmen unser Advocacy-Arbeit zählt Medizin Hilft e.V. zu den Unterzeichnern des offenen Briefs an die Landesvorsitzenden der Koalitionsparteien bezüglich der Gesundheitsversorgung für Menschen ohne Krankenversicherung.

Offener Brief an die Landesvorsitzenden der Koalitionsparteien

Gesundheit ist ein Menschenrecht! Trotzdem werden in Deutschland viele Menschen vom Zugang zu lebensnotwendiger medizinischer Versorgung ausgeschlossen. Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen hat Medizin Hilft e.V. gegen die vielen Hürden im Gesundheitssystem demonstriert. Die Barrieren zwischen Patient*innen und Ärzt*innen wurden bei der Kundgebung am Brandenburger Tor symbolisch niedergerissen. Gemeinsam fordern wir den Zugang zu medizinischer Versorgung für alle. Für alle die bei der Kundgebung „Gesundheit ist ein Menschenrecht“ selbst nicht dabei sein konnten, hat die Caritas Berlin ein Video gemacht.

Impfaktionen

Noch vor der Zeit der Übernahme der staatlichen Verantwortung für Erstuntersuchungen und Impfungen, hat unsere Initiative, auch in Kooperation mit den Gesundheitsämtern, in Berliner Notunterkünften zahlreiche Impfaktionen durchgeführt. Gerade in der Hochphase der Masernepidemie 2015 war dies eines unserer wichtigsten Ziele. Obwohl in Berlin die Masern grassierten und unsere ehrenamtlichen Impfaktionen von zahlreichen staatlichen Stellen und von den Gesundheitsämtern begrüßt wurden, erhielten wir von der zuständigen Behörde (LAGeSO) im Jahr 2015 leider weder die Impfstoffe gestellt noch eine Zusage für die Rückerstattung der Impfstoffkosten.  Deshalb mussten wir die Kosten für die Impfstoffe zunächst durch Spendengelder vorfinanzieren. Erst im Jahr 2016 wurde eine Lösung gefunden, als das Gesundheitsamt Steglitz-Zehlendorf Sondermittel für Impfungen erhielt  und unsere ehrenamtlichen Teams zusammen mit den Kolleg*innen des Gesundheitsamtes in Notunterkünften impfen konnten.

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Informationskampagne zum Deutschen Gesundheitssystem

Medizin Hilft führt seit Dezember 2016 aufsuchende Informationsveranstaltungen in Berliner Unterkünften für Geflüchtete durch. Die Menschen werden dabei über Leistungen und die Struktur des deutschen Gesundheitssystems informiert. Ziel des Projektes ist es, die Betroffenen dort abzuholen, wo sie sich befinden und ihnen das notwendige Wissen an die Hand zu geben, sich selbstständig im deutschen Gesundheitssystem zurechtzufinden und zu integrieren. Die Veranstaltung, bei der zusätzlich auch Informationsmaterialien in verschiedenen Fremdsprachen ausgehändigt werden sowie eine Impfberatung durch qualifiziertes Fachpersonal angeboten wird, konnte berlinweit bereits 20 Mal in Einrichtungen durchgeführt werden, in denen insgesamt ca. 5400 Menschen leben.

Strukturelle Hilfe für andere Initiativen, Kliniken und Arztpraxen

Wir bieten Informationsmaterialen und Dokumente zum freien Download in vielen Sprachen an. Sie sind hilfreich für andere Initiativen, um sich inhaltlich zu informieren und Strukturen aufzubauen, die in unseren Projekten bereits etabliert sind.

Zudem haben wir vor allem 2015 und Anfang des Jahres 2016 in der Notsituation ca. 20 Notunterkünfte durch Sachspenden in Form von standardisierten Arztequipment- Kisten und durch die Finanzierung dringend notwendiger Medikamente unterstützt.  In dieser Zeit haben wir auch ehrenamtliche Ärzt*innen und Pflegekräfte an zahlreiche Unterkünfte vermittelt.

Auch für Vertreter*innen der medizinischen Regelversorgung, wie Kliniken und Arztpraxen, stellen wir allgemeine Informationen über Leistungsansprüche, Abrechnung, sonstige gesetzliche Rahmenbedingungen, deutsch- und fremdsprachige Informationen über das Gesundheitswesen und Einnahmebögen für verordnete Medikamente in Fremdsprachen zum freien Download bereit.

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Aufsuchende medizinische Versorgung für wohnungslose Menschen

Die Zahl nicht krankenversicherter obdachloser Frauen und Männer ist in Berlin in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Wir unterstützen die „Tee- und Wärmestube Neukölln“ des Diakoniewerks Simeon, die sich mit ihrem Angebot an obdachlose und sozial benachteiligte Menschen richtet. Dort haben wir  einen mit medizinischen Equipment gefüllten Erste-Hilfe-Schrank finanziert und bei der Renovierung des Sanitärbereichs für Frauen geholfen.

Seit Februar 2018 bieten wir 2-wöchentlich aufsuchende medizinische Versorgung durch ein Team aus einer Pflegekraft und einem Arzt/einer Ärztin vor Ort in der Tee-und Wärmestube an. Mit diesem niedrigschwelligen mobilen medizinischen Angebot leisten wir einen Beitrag zur Gesundheitsförderung der Menschen, die andernfalls völlig vom Zugang zum Regelsystem ausgeschlossen wären.

Öffentlichkeitsarbeit für eine Gesundheitsberatungsstelle des Öffentlichen Gesundheitsdienst

Das Zentrum für Familienplanung Steglitz Zehlendorf bietet vielfältige Angebote zur reproduktiven Gesundheit für alle Menschen in Berlin. Diese Angebote sind aber nicht allen Menschen bekannt und unterschiedliche Barrieren, wie z.B. sprachliche Barrieren, emotionale und religiöse Vorbehalte, mangelnde Orientierung im städtischen Raum oder auch Vorbehalte gegenüber einer staatlichen Einrichtung führen dazu, dass bestimmte Zielgruppen nur unzulänglich erreicht werden.

Für einen Großteil dieser Menschen ist eine besonders auf sie ausgerichtete Kommunikation notwendig. Medizin Hilft e.V. hat Studierende der design akademie berlin gefördert, die neue und leicht verständliche Kommunikationsstrategien für das Zentrum für Familienplanung Steglitz-Zehlendorf entwickelt haben. Durch diese visuelle und verbale Öffentlichkeitsarbeit soll ein niedrigschwelliger Zugang für alle Zielgruppen erreicht werden, sodass alle Menschen die Angebote des öffentlichen Gesundheitsdiensts wahrnehmen können.

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